Uwe Daniel | Autor


Tränen auf der Autobahn

Mein zweites Buch wurde am 13.07.2023 veröffentlicht. Ein Potpourri aus 29 Erzählungen und Kurzgeschichten. Die Titelgeschichte ist eine Love-Story. Henrick verbringt ein paar Wochen an der Ostsee und lernt Tim kennen und lieben. Eingerahmt ist diese Liebesgeschichte von teils heiteren, manchmal spannenden Geschichten. Einige Erzählungen beschäftigen sich thematisch mit HIV, ohne zu dramatisieren und geben dem Lesenden Raum für eigene Gedanken. Das Buch umfasst 246 Seiten. Erhältlich ab sofort überall im Buchhandel oder bei allen gängigen Onlinebuchshops als Print oder E-Book Ausgabe.

Bestellungen über den Verlags-Buchshop werden kostenlos geliefert.
  

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Der Junge, der das Schreiben lernte

Mein erstes Buch wurde am 17.03.2020 veröffentlicht. Eine Sammlung von Erzählungen und Kurzgeschichten. Entstanden ist dieses Buch über einen sehr langen Zeitraum. Am Anfang wollte ich nur gelegentlich etwas niederschreiben. Irgendwann reifte dann die Idee aus den Geschichten ein Buch zu gestallten. Entstanden ist ein Buch mit 19 Geschichten und es umfasst 188 Seiten. Es ist beim Buch- Dealer eures Vertrauens ab sofort zu bestellen.

Bestellungen über den Verlags-Buchshop werden kostenlos geliefert. Die E-Book Ausgabe ist ab dem 31.03.2020 erhältlich.
 

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Textschnipsel und professionelle Rezensionen aus "Tränen auf der Autobahn". 


Tränen auf der Autobahn. Auszug aus "Zukunft"

Ich habe etwas Besonderes ausgesucht. Einen Auszug aus dem 3. Teil der Trilogie mit dem Titel „Zukunft“. In den ersten beiden Teilen in diesem Buch, „Wo warst du?“ und „Irgendwo in einem kleinen Dorf“, trifft Olli nach Jahrzehnten in einem kleinen Dorf auf seinen früheren Jugendfreund Jü. Beide haben nicht damit gerechnet sich jemals wiederzusehen. So unterschiedlich ihre Lebenswege auch waren, erleben sie ein spätes Glück und stehen zu ihren Gefühlen. Alles scheint perfekt, als Jü in seinem Café überfallen und niedergestochen wird. Schnell wird klar, dass der Überfall einen homophoben Hintergrund hat. Jü überlebt den Angriff nur knapp und fasst noch im Krankenhaus einen Entschluss für eine gemeinsame Zukunft mit Olli.

Viel Spaß: 

Nachmittags hat Jü seinen Blick durch das Fenster auf die kahlen Baumwipfel vor der Klinik gerichtet und sinniert über die Geschehnisse, als es an der Türe klopft und diese sich öffnet. Jü wendet seinen Kopf und erblickt seinen Partner Olli, der einen großen Strauß Blumen vor seiner Brust hält. „Was machst du denn für Sachen“, sagt Olli und strahlt über das ganze Gesicht als er Jü sieht. Schon steht er am Bett und fragt: „Darf ich dich in den Arm nehmen und dich drücken?“ „Aber ganz vorsichtig“, entgegnet Jü grinsend, „es schmerzt noch, aber ich lebe.“ Beide umarmen und küssen sich. „Was für ein wunderschöner Strauß und mit Tulpen, danke mein Bärchen“, freut sich Jü.“ „Ich weiß doch, wie sehr du Tulpen liebst und ich habe mir so große Sorgen um dich gemacht“, entgegnet Olli, „aber der freundliche Pfleger, der mich angerufen hat, konnte mich beruhigen. Er sagte, dass du außer Lebensgefahr bist.“ Ja, das war Pfleger Thorsten“, spricht Jü, „ich kannte ihn bereits, von ihm erzähle ich dir später.“ Jü erzählt vom Überfall und von den bisherigen Ermittlungen. „Wie soll es jetzt weitergehen?“, fragt Olli. „Hm, ich habe viel darüber nachgedacht“, antwortet Jü, „wenn sich der Verdacht der Polizei bestätigt, und es sich bei den Tätern um eine rechtsradikale Gruppierung handelt, hoffe ich, dass diese aus dem Verkehr gezogen und verurteilt wird. Ich lasse mich nicht von hier vertreiben, ich bin Teil der Dorfgemeinschaft und habe bisher jede erdenkliche Unterstützung der Menschen erhalten. Ich fühle mich hier zuhause. Ich denke, ich werde das Café renovieren, etwas modernisieren und weiterführen. Die Presse hat bereits vom Überfall berichtet und schau nur, der Tisch steht schon voll mit Blumen und Genesungswünschen die von Menschen aus dem Dorf überbracht wurden.“ „Ja“, erwidert Olli, „die Anteilnahme ist beachtlich, aber vielleicht ist die Zeit noch nicht reif, in einem kleinen Ort offen schwul zu leben?“ Nachdenklich sucht Jü nach den richtigen Worten. „Olli, nach den Geschehnissen ist mir einiges klar geworden und ich konnte hier viel nachdenken…. 



Tränen auf der Autobahn. Auszug aus "Berge, Regen, Raki"


 

Die Geschichte spielt in den Bergen Kretas. Nikos und sein Partner leben in Deutschland und sind auf Familienbesuch. Auf einer gemeinsamen Bergwanderung mit Nikos Cousin Aris, den Nikos viele Jahre nicht mehr gesehen hat, vertiefen sich beide in ein Gespräch. Aris vertraut sich Nikos an und berichtet das er auch schwul ist. Ähnlich wie früher Nikos, steht Aris vor der Endscheidung sich im Familienkreis zu outen. Ist das Wiedersehen der beiden Männer eine Entscheidungshilfe? Viel Spaß:
Aris sagt zu uns: „Wisst ihr, hier gibt es ganz sicher weniger schwule Kerle als bei euch in der Stadt, aber hier ist meine Heimat, ich habe einen Job, der mir Spaß macht und ich glaube, ich möchte hier nicht weg.“ Er macht eine kurze Pause, als würde er genau überlegen, was er sagt, blickt Nikos an und fügt hinzu, „also, ich habe hier jemanden kennen gelernt. Es ist noch frisch, es sind erst ein paar Monate, aber ich bin glücklich wie kaum zuvor in meinem Leben.“

Ich nehme wahr, dass es um uns herum nur so summt und brummt. Bienen sind unterwegs, um an den unzähligen Blüten der verschiedenen Kräuter Nektar zu sammeln. Jetzt entdecke ich auch die aus Holz gefertigten Bienenstöcke, die verstreut am Hang aufgestellt sind. „Tja Aris“, entgegnet Nikos, „dann bist du offensichtlich verliebt. War er schon bei euch zu Besuch?“ „Nein“, erwidert Aris und seine Stimme klingt dabei traurig, „ich würde Alexis so gerne mit zu mir nehmen, er fragt inzwischen schon, wann ich ihn meinen Eltern vorstellen würde? Aber ich habe Angst.“ An dieser Stelle beteilige ich mich am Gespräch und sage: „Aris, was ist mit Alexis Familie? Weiß die, dass er schwul ist?“ „Ja, sagt Aris, „er hat es seiner Mama schon gesagt, da waren wir noch gar nicht zusammen. Sie hat unglaublich gut reagiert. Er hat nur sie, sein Vater ist schon verstorben. Und als Alexis es ihr sagte, nahm seine Mama ihn in die Arme, schaute ihn an, meinte, ‚Junge, irgendwie habe ich das schon immer gewusst. Aber wenn du glücklich bist, dann soll es so sein. Es ist dein Leben, lebe es‘. Ich habe auch das Gefühl, dass sie mich sehr mag.“ „Wenn das so ist“, erwidere ich, „solltest du nicht mehr lange warten. Es wird wie eine Befreiung für dich sein.“ „Dem kann ich nur zustimmen“ ergänzt Nikos. Ich bemerke, „es ist schon merkwürdig, wie schwer sich hier die Gesellschaft beim Thema Homosexualität tut. Denke ich zurück in die Antike, könnte man meinen, die alten Griechen haben es doch erfunden.“ Wir lachen. Die Luft ist geschwängert vom intensiven Duft der Kräuter.... 
Bild: Maniká Hochebene, Kreta, im Buch s/w auf Seite 37, Quelle: Uwe Daniel


   

Tränen auf der Autobahn. Auszug aus "Nie wieder verstecken"

Hier geht es um Britta, die während einer Wochenendveranstaltung für HIV-positive Frauen in der Akademie Waldschlösschen unverhofft auf ihren früheren Schulfreund Karsten trifft. Aber lest selbst, denn HIV ist auch weiblich. Viel Spaß:  
Britta dreht sich um und schaut in das bebrillte Gesicht mit Dreitagebart eines Mannes mittleren Alters. Britta runzelt fragend die Stirn und erst nach drei Sekunden zünden ihre Synapsen. Der Kerl kommt ihr bekannt vor, aber einen Namen kann sie der Person noch nicht zuordnen. Dieser entgegnet: „Bist du es Britta? Ich bin Karsten. Erinnerst du dich nicht?“ „Karsten? Nein, nicht wirklich? oder? Moment, du hier?“ stammelt Britta fragend. „Ja, ich leite das Seminar, ,Auf dem Platz sind alle gleich‘, für Trainerinnern und Trainer sowie Übungsleiterinnen und Übungsleiter. Wir haben uns ja ewig nicht gesehen“, stellt Karsten fest. Brittas Schaltkreise arbeiten auf Hochtouren. Sag ich es nun frei heraus? Als Dozent muss er nicht zwingend positiv sein, genauso wenig wie die Teilnehmenden aus seinem Seminar. Klar, ich sage es, denn ich möchte mich nie wieder verstecken. Diese Zeiten liegen hinter mir, und sagt: „Ewigkeiten ist gut, es muss gut zwei Jahrzehnte her sein. Seit unserer Abiturfeier haben wir uns nicht mehr gesehen. Ich besuche hier das bundesweite Treffen für positive Frauen.“ „Oh, interessant. Als Seminarleitung?“ „Äh, nein. Ich bin wie alle Teilnehmerinnen hier HIV-positiv.“ Für eine kleine Ewigkeit hat Karsten Fragezeichen in den Augen bevor er antwortet:....
Bild: Akademie Waldschlösschen, im Buch auf Seite 229, Quelle: Uwe Daniel



Tränen auf der Autobahn. Auszug aus der Titelgeschichte "Tränen auf der Autobahn"


 

Hier wird es leicht erotisch. Henrik und Tim kommen sich erstmals näher. Viel Spaß:
Als Henrick durch den Haupteingang schreitet, erkennt er Tim sofort. In seiner Lederkombi und dem Helm in der Hand passt er nicht in das Bild verweilender Kurgäste vor dem Eingang. „Moin Tim“, begrüßt Henrick sein Date und denkt, hier stimmen die Bilder aus dem Online-Profil und der Realität absolut überein. Das ist leider nicht immer so. „Moin Henrick“, erwidert Tim mit einem Grinsen im Gesicht. Zusammen gehen beide hinauf in Henricks Zimmer, das durch die zugezogenen Vorhänge etwas abgedunkelt ist. Inzwischen zucken Blitze in den aufgetürmten Gewitterwolken und erhellen in unregelmäßigen Abständen den Raum. Gewittergrollen ist zu vernehmen. Tim hat den Helm und die schwere Lederjacke auf dem Stuhl abgelegt. Beide stehen sich gegenüber und schauen sich in die Augen. Die Luft im Zimmer brennt förmlich. Sie verspüren großes Verlangen, den anderen zu berühren, nachdem man in den letzten Tagen bereits online so viel vom Anderen erfahren hat. Ihre Lippen berühren sich sanft und zögerlich. Schnell werden ihre Küsse leidenschaftlicher und gegenseitig streifen sie sich ihre Shirts über die Köpfe. 

Während Henrick Tims Lederhose öffnet und er diese etwas nach unten schiebt, leckt er über Tims tätowiertem Oberarm und umspielt mit der Zunge seine Brustwarzen. Tim stöhnt leise und flüstert, „Moment, lass uns den Rest ausziehen“, und beugt sich vor, um seine Schuhe zu öffnen. Nackt und leidenschaftlich knutschend dirigiert Tim Henrick zwei Schritte rückwärts zum Bett, um in die horizontale Lage zu kommen. Ihre Positionen wechseln in unregelmäßigen Abständen. Plötzlich erhellt sekundenlang ein zitternder Blitz das Zimmer. Tims lautes Stöhnen wird von einem gewaltigen Donnerhall geschluckt. Gigantische Energien werden freigesetzt, dicke Regentropfen prasseln an die Fensterscheibe und fluten den Balkon.  Schwer atmend legt Tim sich neben Henrick und beide halten sich eine Zeitlang im Arm... 


   

Tränen auf der Autobahn. Auszug aus der Titelgeschichte "Tränen auf der Autobahn"

Ausgesucht habe ich eine Stelle mitten aus der Titelgeschichte. 

Ob´s lustig ist, liegt immer im Auge des Betrachters. Viel Spaß:

Frau Hansens Stimme erklingt und beide werden rein gerufen. Ihre Anweisung lautet: „Sie hier und Sie auf der anderen Seite des Vorhangs. Bitte frei machen und eintauchen. Melden Sie sich, wenn Sie noch etwas benötigen oder Hilfe brauchen“ und mit einem verschmitzten Lächeln fügt sie hinzu, „ansonsten sage ich Bescheid, wann Ihre Zeit abgelaufen ist.“ Und schon zieht Frau Hansen die Vorhänge der beiden Badekabinen zu. Während Henrick sich auszieht und in die übertiefe Wanne steigt, behält Eddy seine Badehose an. So eingetaucht, streift er erst unter Wasser seine Hose ab und lässt diese auf den Wannengrund sinken. Beide tauchen bis zum Hals ins wohlig temperierte Wasser ein, schließen die Augen, genießen die Ruhe und den wohltuenden Duft der Substanzen im Badewasser. Henrick ist fast eingenickt, erklingt plötzlich durchdringend die energische Stimme von Frau Hansen „So meine Herren, Ihre Zeit ist abgelaufen, ich hoffe sie sind nun tiefenentspannt?“ Ohne eine Antwort abzuwarten, zieht sie routiniert erst den Stöpsel aus Henricks Wannenablauf und Sekunden später zieht sie den Stöpsel aus dem Ausguss von Eddys Wanne. Kaum hat Frau Hansen sich umgedreht, durchdringt ein lautes saugendes, schmatzendes und kurz gluckerndes Geräusch die Bäderabteilung. Frau Hansen hält in ihrer Bewegung inne und Eddy ruft mit kreischender Stimme entsetzt: „Hilfe, meine Gucci Badehose ist weg!“ „Badehose?“ wiederholt die Herrin der Wannen. „Sie wollen mir doch jetzt nicht sagen, dass Sie mit Badehose in das Entspannungsbad gestiegen sind, oder?“ „Doch“ entgegnet Eddy kleinlaut, während der Wasserpegel in der Wanne zugig sinkt, hält er sich beide Hände vor sein Geschlecht. „Tja“ erwidert Frau Hansen gelassen, „Gucci hin, Gucci her, die Badehose ist wohl für immer in den unendlichen Tiefen der Kanalisation verschollen.“ Henrick hat das ganze Badehosen Drama auf der anderen Seite des trennenden Vorhangs gehört und kann sich vor Lachen kaum halten....
Bild: Westensee, im Buch s/w auf Seite 129, Quelle: Uwe Daniel


Tränen auf der Autobahn. Rezension über Instagram 


Herzlichen Dank an Tobi für diese 

𝙍𝙚𝙯𝙚𝙣𝙨𝙞𝙤𝙣 

Genre : 𝕃𝕠𝕧𝕖𝕤𝕥𝕠𝕣𝕪

Titel :

𝙏𝙧ä𝙣𝙚𝙣 𝙖𝙪𝙛 𝙙𝙚𝙧 𝘼𝙪𝙩𝙤𝙗𝙖𝙝𝙣

Erzählungen unter dem Regenbogen

Seiten: 246

Autor @uwe_daniel_2020

Verlag ‎@booksondemand

In 29 beeindruckenden Kurzgeschichten nimmt der Autor den Leser mit auf eine Reise in die Geschichte von Henrick und Tim. Die beiden lernen sich zunächst online kennen und trafen sich später in einer Rehaklinik an der Ostsee. Die spannenden Kurzgeschichten erzählen von der Beziehung zwischen Männern im Kontext von HIV. Es wird aber auch über Freunde berichtet, wie Oliver, der zufällig nach Jahrzehnten auf seinen damaligen besten Freund aus seiner Jugendzeit trifft.

Warum haben sich Oliver und Jü aus den Augen verloren?

Hält die Beziehung zwischen Henrick und Tim oder ist die Entfernung zwischen dem Ruhrpott und Kiel zu groß?

Warum will Henrick dem Arzt in Zukunft sein HIV verschweigen?

Lest das Buch und lasst euch von einer biografischen, emotionalen Liebesgeschichte fesseln.

`✵•.¸,✵°✵.。.✰ 𝕄𝕖𝕚𝕟 𝔽𝕒𝕫𝕚𝕥 𝔼𝕚𝕟𝕕𝕣𝕦𝕔𝕜 ✰.。.✵°✵,¸.•✵´

Der Autor beschreibt in beeindruckenden Kurzgeschichten HIV, die Zuneigung und Liebesbeziehung zwischen Männern und die Unwissenheit mancher Mediziner im Zusammenhang mit HIV.

Das Buch bringt Inspiration mit sich. Auch in der heutigen Zeit fällt es vielen immer noch schwer, sich zu outen. Die Geschichten sind spannend geschrieben und die Bilder im Buch sind an passender Stelle platziert. Die Kurzgeschichten und Erzählungen haben eine angenehme Länge. Das Cover und der Titel wurden nicht nur perfekt ausgewählt, sondern beide passen auch zum emotionalen Teil einer Kurzgeschichte.

Meine klare Leseempfehlung 

Eine Fortsetzung wäre fantastisch.

Ich vergebe

5/5  und 1/2 

An dieser Stelle bedanke ich mich herzlichst bei @uwe_daniel_2020

Gerne

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Textschnipsel und professionelle Rezensionen aus "Der Junge, der das Schreiben lernte".


Der Junge, der das Schreiben lernte. Auszug aus " Café-Date"


.... Ein Quickie sofort oder ein Sieg der Vernunft. Wir entscheiden uns für letzteres. Ordnen unsere Sachen, nehmen Brot und Wasser und fahren zur Bank am Meer. Obwohl die Bank nur knapp hinter den letzten Häusern an einem Platz in einer Bucht in Colonia liegt, ist weit und breit keine Menschenseele zu sehen. Wir sitzen in der frühen Abendsonne, Joshua wickelt das Brot aus und teilt es in der Mitte. Es ist ein mit Fleisch, Salat und Kräutern belegtes Baguette. Ich kannte es nicht, aber es schmeckt köstlich. Wenngleich ich sofort erfahre, dass es frisch und warm noch um vieles besser schmecken würde. Ich weiß, mit vollem Mund spricht man nicht, aber irgendwie habe ich den Eindruck, uns rennt die Zeit davon. Wir redeten beim Essen so gut es uns möglich war. Ich wünschte dieser Moment auf der Bank würde noch Stunden dauern. Aber es war schon nach achtzehn Uhr und Joshua spät dran, wenn er noch pünktlich zu seiner Verabredung mit Freunden zum Essen kommen will. Wir brechen auf. An meinem Mietwagen verabschieden wir uns. Bis zum Kreisverkehr fahre ich noch voraus, dann trennen sich unsere Wege..... 


   

Der Junge, der das Schreiben lernte. Auszug aus "Elenis Taufe"

Dies ist das Eingangstor zum Kloster Palianis in den Bergen Kretas. Hier spielt diese wunderbare Geschichte. Als Begleiter meines damaligen Partners durfte ich an diesem besonderen Familienfest teilhaben. 
Auszug: .... Die Truhe wird mit den restlichen Sachen auf einem anderen Tisch etwas versteckt, rechts hinter einer Säule abgestellt. „Ahhhh, Kalimera Kostas“, erklingt eine zart vernehmbare Frauenstimme hinter uns. Umgedreht erblicken wir eine ältere, kleine in dunklen Farben gekleidete, grauhaarige Dame, der ich bisher noch nie vorgestellt wurde. Herzlich begrüßt Kostas seine Tante Sofia, die er schon lange nicht mehr gesehen hat und stellt mich dann vor. Tante Sofia nimmt meine Hand und überschwänglich werde auch ich mit einem fröhlichen „Ahhhh, Kalimera Uwe“ begrüßt. Schnell aber liebenswürdig gibt es ein Küsschen rechts, ein Küsschen links. Dann unterhalten sich die beiden auch schon wieder in ihrer Landessprache miteinander. Ich stehe noch kurz irritiert von so viel Herzlichkeit daneben und begebe mich dann zu den anderen Gästen vor die Kirche..... 

Der Junge, der das Schreiben lernte. Auszug aus  der Titelgeschichte "Ganz nah dran"

 

Zum 1. Jahrestag meiner Buchveröffentlichung von „Der Junge der das Schreiben lernte“, habe ich mir etwas besonders überlegt. In dieser Collage sind drei Bilder, die Nähmaschine meiner Uroma, ein Bild von mir als kleiner Junge und ein Bild wo ich als 23 jähriger, junger Mann zu sehen bin. Und in meiner sehr persönlichen Geschichte „Ganz nah dran“, kommt alles vor. Die alte Nähmaschine meiner herzensguten Uroma, sowie der Rückblick auf den „kleinen Uwe“. 

Da ich kaum entscheiden konnte, welchen Auszug ich hier präsentiere, den harmlosen mit der Nähmaschine oder etwas heftigeres, habe ich mich für die Zeilen zu Beginn der Geschichte entschieden. Der Grund ist simpel, die Situation hat mich einfach bewegt. 

Viel Spaß beim lesen. 

Auszug aus „Ganz nah dran“

...... Ich fahre durch die Geschäftsstraße mit den kleinen Lädchen. Der einzige etwas größere Lebensmittelladen steht seit Jahren leer. Das Sterben der Geschäfte betrifft nicht nur die Innenstädte, sondern auch unübersehbar die kleinen Randbezirke. An einer roten Fußgängerampel muss ich kurz vor einer Straßenecke halten. Ich schaue gedankenverloren zum Schreibwarenladen an der Ecke herüber. Dieser Laden hat Bestand sinniere ich. Lotto, Zeitschriften und Schulbedarf wird offensichtlich kontinuierlich konsumiert.

Aus dem Schreibwarenladen schiebt gerade eine ältere Frau einen im Rollstuhl sitzenden Mann. Die Frau ist mir unbekannt. Dann durchfährt es mich wie ein Blitz. Ich erkenne in dem Mann meinen Erzeuger! ..... 

 Der Junge, der das Schreiben lernte. Auszug aus „Omas Olymp“

Eine meiner Geschichten spielt an der Ostsee. Die Protagonisten lernen sich in einer Reha- Klinik kennen und in diesem schnuckeligen Café haben alle ein gemeinsames Erlebnis. 

…. Am PKW Parkplatz sehen wir noch Alex vom Nachbartisch und ich frage: „Moin Alex, auch schon so früh frei? Lust auf Kuchen? Wir fahren zur ‚Oma‴. Alex, der auch aus Berlin stammt: "Watt lecker, aber ick verdufte mit den Leutchen an mein Tisch heute nach Laboe, ansonsten jerne, danke".

So treten wir in die Pedale und fahren durch den winzigen Ort Holm um im noch beschaulicheren Kalifornien auf den Deich zu gelangen. Der Wind hat inzwischen auch nachgelassen und so können wir den üppig breiten, straßenähnlichen Radweg auf der Deichkrone zur Ostsee hin gelegen nutzen, um die ca. 5 km zurück zu legen. Bei Wind nutzt man besser den schmalen Radweg, der parallel zum Deich gleich hinter dem selbigen angelegt ist. Die Sonne gibt gerade alles und ich wage es sogar, die Windjacke im Fahrradkorb zu verstauen. Angenehm umspielt der warme Fahrtwind mein T-Shirt und die Nachmittagssonne wärmt meinen Rücken. Der Blick auf die Ostsee ist traumhaft, am Strand vereinzelt einige ganz wagemutige Mitmenschen, die sich in das kühle Nass der Ostsee wagen. Kalifornien hinter uns gelassen, haben wir das idyllische Brasilien fest im Visier.

Gleich hinter Brasilien liegt unser Ziel am Schönberger Strand, schräg gegenüber der Seebrücke, „Oma´s Kaffeestuuv“. Ein kleines, historisches Café erbaut im 17. Jahrhundert und im Laufe der vielen Jahre immer wieder liebevoll renoviert bzw. nach diversen Sturmfluten auch restauriert direkt hinter dem Deich. „Oma“ mit Ihrem Café gilt hier als Geheimtipp. Wer aber erst ihre selbstgebackenen Kuchen probiert hat, wird zum Wiederholungstäter!

Bei „Oma´s Kaffeestuuv“ befindet sich oben auf der Deichkrone eine in Glas eingehauste Außengastronomie. Hier kann man selbst bei Wind schön geschützt sitzen, die Köstlichkeiten und den herrlichen Weitblick über die Ostsee genießen. Hinter Brasilien am Schönberger Strand kommt nichts mehr, nur noch endlose Weite in Form eines Naturschutzgebietes. Natur pur. Im Vorbeifahren sehen wir schon, dass im kleinen Außengastronomiebereich kein freier Platz zu bekommen ist. Wir fahren die kurze, steile Rampe, angelegt für Radfahrer, den Deich hinab.

Beim Absteigen von den Rädern durchbricht plötzlich ein deutlich hörbarer Furz die Stille. Etwas konsterniert blicke ich mich um. Außer uns ist niemand in unmittelbarer Nähe zu sehen. Reiner erklärt kurz: „Es war keine Absicht. Aufgrund meiner Erkrankung und der neuerlich aufgetretenen Milcheiweißallergie kommt es bei mir zu dieser Körperreaktion, einer Flatulenz, die ich dann nicht steuern kann. Allerdings bin ich sehr froh dass mein Pups sich wieder normal anhört, nun wo ich in kurzer Zeit so viel Körperwasser verloren habe. Ganz anders als noch vor der Reha, als ich bedingt durch meine Körpermasse einen „Flatterarsch“ hatte“. Wir mussten herzhaft lachen. Die Bezeichnung ‚Flatterarsch‘ ist so herzallerliebst, geradezu einzigartig, dem ist nichts hinzu zu fügen…

Der Junge, der das Schreiben lernte. Auszug aus "Madawan"

 

Das ist der indische Elefant Madawan. Protagonist in der gleichnamigen Geschichte aus meinem Buch. Die Geschichte spielt in Südindien. Hier ein ganz kurzer Auszug: ….Der Mann begrüßt uns und sagt, dass er Mahut Arum sei, wo bei Mahut in der indischen Sprache Elefantenführer bedeute. Auch wir stellen uns mit unseren Vornamen vor. 

Arum muss gespürt haben, mit welcher Ehrfurcht wir wie angewurzelt in unmittelbarer Nähe zu seinem Elefanten verharren. Er deutet auf den Dickhäuter und sagt, das ist Madawan. Er sei trotz seiner Größe ganz friedlich und wir brauchen uns nicht zu fürchten. Madawan schaukelt seinen Kopf leicht hin und her und während er kräftig schnaubt, sage ich mir in Gedanken, na hoffentlich weiß der Elefant das auch! Ich betrachte Arum, wie er so da steht und den Elefantenrüssel tätschelt. Mein Blick gleitet von seinen blanken Füßen, die in leichten Riemchensandalen stecken, über seine strammen, dunkel behaarten Beine höher zum muskulös-sehnigen Oberkörper. Bauch, Brust und Arme sind mit der gleichen dunklen Behaarung besetzt wie seine Beine. Sein Gesicht ist hübsch, männlich und sein dunkler Bartwuchs erzeugt einen Schatten auf seinen Wangen. Schwarzes Kopfhaar bedeckt streichholzkurz sein Haupt…. 

Der Junge, der das Schreiben lernte. Auszug aus „Kennen wir uns nicht?“ 

Die Geschichte spielt in diesem Hotel in Mexico, Cancún, in Playa del Carmen und beginnt natürlich mit der Abfertigung am Zoll. 

.... Zögerlich drücke ich den Knopf, eine grüne Leuchte blinkt und der Beamte suggeriert mir den Zoll zu passieren. Ich drehe mich noch mal um und sehe wie der nächste Tourist hinter mir zum drücken des Buttons aufgefordert wird. Das rote Licht blinkt! Freundlich aber bestimmt wird der ältere, graumelierte Herr samt Gattin und Gepäck, vom Beamten zum Packtisch geleitet. Das Gerücht, welches ich vorher im Flieger gehört habe, bewahrheitet sich. Erleuchtet das grüne Licht, darf der Tourist unbehelligt den Zoll passieren und einreisen, erscheint das rote Licht, wird der Inhalt des Koffers umgekrempelt.....

Der Junge, der das Schreiben lernte. Auszug aus "Das richtige Outfit"

 

Am Coba Tempel in Mexico spielt eine weitere Geschichte aus meinem Buch. 

....Eine italienische Reisegruppe hält unseren Blick länger gefangen als nötig. Nicht dass diese Gruppe etwas Besonderes gewesen wäre, es war eine einzelne junge Frau Anfang zwanzig, welche die Touristenblicke auf sich zieht. Die junge Dame ist für eine Wanderung durch den Regenwald mit anschließender Besichtigung eines Tempels mehr als unpassend gekleidet, wie sich später noch auf drastische Weise bei der Tempelbesteigung zeigen sollte. Ihre brünette Haarpracht umspielt Ihr Gesicht und fiel locker bis auf Ihren Rücken. Sie war hoch gewachsen, schlank und alles andere als unattraktiv. Wenn Sie doch nur in anderer Kleidung stecken würde. Fangen wir in Ihrer Körpermitte an. Sie trägt Hotpants von der knappsten Sorte. Obenrum hält ein genauso knappes Bikinioberteil Ihre gleichmäßig geformten, prallen Brüste in Schach und unten stecken ihre langen Beine in High Heels mit einem mega Absatz. Während sich die männlichen Touristen der Reisegruppe fast den Hals verdrehen, verziehen die Frauen angewidert bis verachtend ihr Gesicht. Getuschelt und gezischt wird sowieso. Die Gruppen ziehen weiter und wir erreichen den Tempel.... 

 Der Junge, der das Schreiben lernte. Auszug aus "Der Transport" - Untermieter auf vier Pfoten - Teil 1


.... Das Wartezimmer war voller anderer Menschen mit Katzen, Hunden und anderen kleinen Tieren, wie ich sie vorher noch nie gesehen habe. Eine Dame meinte: „Ich glaube mein kleiner Hund hat vor Aufregung gepupst“. Uwe: „Ich bin mir da gar nicht so sicher, ich vermute das Unglück eher bei meinen Katzen, da es auf der Fahrt hierhin schon etwas unangenehm gerochen hat“. Die Dame: „Katzen? Wie viele haben Sie denn da“? Uwe: „Vier“! Die Dame: „Wie? Alle in den zwei kleinen Boxen? Ist das nicht ein wenig eng“? Uwe, wohl schon ein wenig genervt: „Wissen Sie, die sollen da drin nicht wohnen, ich dachte da mehr an einen kurzen Transport“! Schweigen im zwischenzeitlich muffigen Wartezimmer und dann durften wir zur Ärztin rein. ....